Der Hund am Strand, mein Mikrofon und das Vertrauen

Der Hund am Strand, mein Mikrofon und das Vertrauen

5. Juli 2020 Ursulas Montagsanker 4

Morgens um halb acht am Strand in Zeeland – gerade hatte ich eine Meditation aufgenommen, mit entspannendem Wellenrauschen im Hintergrund, um diese später zu veröffentlichen.

Die Sonne schien, es war schon warm, und ich saß bequem auf meinem Handtuch. 

So beschloss ich, ein wenig Musik zu hören. Als ich aufblickte bekam ich einen Riesenschreck. Direkt vor mir standen zwei große Hunde, die mich interessiert ansahen. Beide machten glücklicherweise einen freundlichen Eindruck. 

Ich beschloss trotzdem, dass mein Handtuch zu klein für uns drei wäre und stand auf. Das nutzte einer der beiden Hunde, um sich meine komplette Mikrofonausrüstung samt Windpuschel zu schnappen und wegzurennen. Anscheinend hielt er das Ganze für sein supertolles neues Spielzeug. 

Er schüttelte das Mikro, schleuderte es umher, warf es ins Meer, holte es wieder heraus und warf es erneut hinein. Da half kein gutes Zureden seines Frauchens, er gab die Sachen erst her, als alles zerbrochen war.

Die Besitzerin gab mir ihre Email-Adresse, und zurück am Wohnwagen machte ich mich gleich daran, die Kosten von Mikrofon, Halterung, Windpuschel und Adapter zusammenzurechnen und ihr per Mail zuzusenden. So hatten wir es vereinbart. Das kaputte Mikro durfte der Hund behalten.

Mein – früherer – „natürlicher Impuls“ wäre gewesen, noch ein paar Worte hinzuzufügen über Hunde, die nicht hören und trotzdem frei herumlaufen. Und ich hätte darüber gegrübelt, ob sie mir das Geld für die Neuanschaffung tatsächlich überweisen würde. Schließlich gab es am frühen Morgen keine Zeugen. 

Allerdings: Ich nahm gerade an einem Meditations-Programm für mehr Fülle und Positivität teil. Und da ich mich bereits in Woche drei des Kurses befand, war eins klar: Ich vertraue. Und ich bewerte nicht. Es war eine Herzensentscheidung, die Email freundlich und verständnisvoll zu halten. Und, nachdem die Email verschickt war, alle Spekulationen loszulassen.

Erst nach dem Urlaub habe ich mir den Kontoauszug geholt. Die Hundebesitzerin hatte den Betrag noch am selben Tag überwiesen.

Worauf willst du heute vertrauen? Von welchen Spekulationen willst du loslassen?

4 Antworten

  1. Melanie sagt:

    Liebe Ursula, das klingt toll. Also vor allem für mich als Hundebesitzerin. Es kann immer mal passieren, dass der Fellschatz nicht 100%ig pariert. So wie unsere Gedanken manchmal auch… die spielen meistens verrückt, wenn ich meinen Schlüssel nicht finde. Inzwischen suche ich ihn nicht mehr und er findet IMMER seinen Weg zurück zu mir. So auch heute. Plötzlich lag er auf dem Tisch. Mein Mann hat ihn in der Schublade gefunden, da hätte ich nie gesucht. Deshalb benutze ich in diesen Fällen immer meinen Zweitschlüssel und der hat einen ganz festen Platz. 😉

  2. Claudia sagt:

    Beste Geschichte ever…höre auch in Deine Meditation rein

    • Ursula sagt:

      Danke, Claudia – als ich zurück zum Wohnwagen geradelt bin, war ich erst mal vollkommen perplex, dass mein Mikro weg war. Aber es hat alles so gut funktioniert mit der Erstattung. Und die Meditation war ja schon fertig :).

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