In meine eigenen Gänge kommen

In meine eigenen Gänge kommen

11. Mai 2020 Thomas' Montagsanker 2

Ich habe sehr viel Glück mit meinem Büro, es ist nämlich nur 2km von meiner jetzigen Wohnung entfernt. Meine alte Wohnung lag viel weiter, deswegen hatte ich mir damals einen Elektroroller besorgt. So ein Teil macht riesigen Spaß! Der hat jetzt aber weitgehend Pause, für die kurze Strecke lohnt der Aufwand (Helm, Akku, Nierengurt) nicht.

Die letzte Zeit bin ich nämlich einfach ins Büro gelaufen. Das dauert ziemlich genau 18 Minuten und reicht für meinen morgendlichen Podcast. Und ich komme durch die Kölner Ehrenstraße und kann schon vor der Arbeit ein paar neugierige Blicke in die Schaufenster werfen. Inspiration pur für mich.
Nun habe ich seit zwei Wochen wieder ein Fahrrad, nachdem das alte den Geist aufgegeben hatte. Endlich altersangemessen, anstelle sportlich auf einem Mountainbike zu kauern segle ich nun aufrecht und entspannt auf einem chicken Retro-Citybike durch die Stadt. Übrigens ebenfalls durch die Ehrenstraße, natürlich ohne Knöpfe im Ohr, und in ca. acht Minuten im Büro.

Letzte Woche habe ich etwas interessantes bemerkt: es macht für meinen Tag einen riesigen Unterschied, in welcher Geschwindigkeit ich ihn beginne! Langsam und gleichmäßig mit schweifenden Gedanken (zu Fuß). Zügig, entspannt und konzentriert (Fahrrad). Oder mit kurzen, schnellen Sprints und Stops an roten Ampeln (Roller). Ich bemerke selbst, dass schon meine Stimmung beim Aufschließen der Bürotür eine ganz andere ist.

Eigentlich ist es doch auch vollkommen egal, ob ich acht, zehn oder 18 Minuten ins Büro brauche. Es fühlt sich nur komplett anders an. Und die Art wie ich in die Gänge komme, beeinflusst meinen Rhythmus für den ganzen Tag. Seit ich das kapiert habe wähle ich ganz anders aus, wie ich ins Büro komme. Nämlich danach, welche Geschwindigkeit ich dem Tag geben will. In Sprints, zügig konzentriert oder gleichmäßig schweifend. Passend zu dem, was ansteht.

Ich bin selbst begeistert zu sehen, wie einfach das wirklich klappt. Und so kommt auch der eigentlich unpraktische Roller mehr zum Einsatz. Nämlich einfach, wenn mir nach einem Tagesstart mit Spaß ist.

Hast du sowas ähnliches auch schon erlebt? Wie gibst du deinem Tag seine Geschwindigkeit?

2 Antworten

  1. Petra Morfeld sagt:

    Liebe Ursula, dies ist eine sehr interessante Beobachtung von dir. Ich werde einmal darauf achten, wie sich mein Start in den Tag auf meine Arbeitsstimmung und -geschwindigkeit auswirkt.

    Ich lese deine Gedanken, Erfahrungen, Anregungen mit Freude, auch wenn ich selten einen Kommentar schreibe. Dazu komme ich oft nicht. Aber sie werden wahrgenommen!

    Danke dafür und liebe Grüße,
    Petra

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